Renate

Stadlbauer

„Yoga bedeutet, Stress abzubauen, in Bewegung zu sein und gleichzeitig zur Ruhe zu kommen. Aber im Kern geht es im Yoga für mich um die Suche nach Wahrhaftigkeit.“

Renate, was bedeutet Yoga für dich?
Da sind einerseits die offensichtlichen Vorteile und Wirkungen: Yoga bedeutet, Stress abzubauen, in Bewegung zu sein und gleichzeitig zur Ruhe zu kommen. Aber im Kern geht es im Yoga für mich um die Suche nach Wahrhaftigkeit.

Wie bist du zum Yoga gekommen?
Schon als Jugendliche habe ich mich für Yoga interessiert, damals habe ich allerdings hauptsächlich darüber gelesen. Ich war immer schon auf der Suche nach etwas, das dem Leben eine Richtung gibt, nach Denkanstößen, die mir helfen, das Leben besser zu verstehen und zu gestalten. Deshalb habe ich mich bei Yoga und Meditation gut aufgehoben gefühlt, und habe hin und wieder Kurse besucht. Fixer Bestandteil meines Lebens und meines Alltags ist Yoga aber erst in den letzten Jahren geworden – ich kann es mir gar nicht mehr wegdenken.

Wie läuft eine typische Yogastunde bei dir ab?
Nach Zeit fürs Ankommen starten wir mit Warm ups, darauf folgt eine dynamische Praxis, und dann schließt sich der Kreis, indem wir von der Bewegung zurück in die Stille finden.

Was machst du, wenn du gerade nicht Yoga übst oder unterrichtest?
Ich liebe die Natur und nutze die Bewegungsfreiräume des Körpers auf vielfältigste Weisen aus. Außerdem tobe ich mich gerne kreativ aus, dabei lege ich mich aber ungern fest – das kann sich immer wieder anders ausdrücken 🙂

Warum bist du auf der Welt?
Diese Frage stelle ich mir selbst jeden Tag – aber vielleicht geht es um genau das: Ich bin hier, um die Welt jeden Tag ein bisschen besser zu verstehen, beziehungsweise sie so zu akzeptieren, wie sie ist. Und ich denke, ich bin auch hier, um dieses Verständnis mit anderen zu teilen, es weiterzugeben.

Gibt es ein Ritual, das für dich besonders wichtig ist?
Es gibt einen Kraftort, an den ich mich immer dann begebe, wenn Veränderungen bevorstehen oder gerade stattfinden. In der Morgendämmerung wandere ich an diesen Platz und bringe etwas hin, gebe etwas ab oder verbrenne etwas – was auch immer gerade passend ist. Dieser Ort befindet sich auf einem kleinen Hügel, er ist umgeben von Wald, man trifft dort praktisch nie jemanden, nur in der Ferne sind ein paar vereinzelte Bauernhäuser zu sehen. Von dort oben kann ich den Sonnenaufgang wunderbar beobachten – er ist für mich ein Sinnbild für Veränderung und Neugeburt. Wenn ich dort oben stehe, begreife ich für einen kurzen Moment, dass dieser Hügel schon ewig vor mir da war und auch ewig nach mir da sein wird. Meine kleine Existenz berührt ihn nur für einen winzigen Augenblick seines Daseins. Diese Erkenntnis hat etwas Befreiendes, und meine Pläne, Sorgen und Ängste relativieren sich dadurch schlagartig.

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